Niederfeldsee in Essen

Wo komm ich her?

Niederfeldsee in Essen

Niederfeldsee in Essen

Meine gesamte Schullaufbahn, nein, sogar meine Kindheit begann nur ein paar hundert Meter von dem Haus entfernt, in dem ich jetzt wohne und in dem wir Contunda gegründet haben. Die Contunda UG sitzt heute noch immer in diesem kleinen Haus, aber nicht mehr in meinem WG-Zimmerchen. Wir sind zwei Etagen nach unten gezogen.

Doch wie fing meine Lebenskarriere an?

Krabbelgruppe, Kindergarten und sogar die Grundschule habe ich in Essen Altendorf verbracht. Deshalb ist mein Verhältnis zu meinem Heimatstadtteil ein anderes, als viele es teilen. Eigentlich habe ich damals in Frohnhausen gewohnt, meine Eltern waren berufstätig und so verbrachte ich tagsüber einen Großteil meiner Zeit. Hätte ich in der Krabbelgruppe nicht schon einen meiner besten Kindheitsfreunde kennen gelernt, hätte ich später Burkhard Asmuth sicherlich nicht getroffen. Dann wären wir keine Freunde geworden, wären als Jugendliche durch Straßen gezogen und hätten nicht Contunda gegründet.

Die Schule beginnt

Aber nicht so schnell. Nach der Kindheit und der Grundschule folgte ein kurzer Abstecher auf das Gymnasium Borbeck. Es gibt bessere und tollere Schulen, aber all meine Freunde sind damals dort hin gegangen. Nach ein paar kläglichen Jahren ging es auf die Theodor-Goldschmidt-Realschule.

Damals war sie noch eine Aufbaurealschule für Leute von der Hauptschule die zu gut waren und Leuten wie mir, die auf dem Gymnasium keinen Anschluss fanden. Es war eine wunderschöne und tolle Schulzeit, witzige vier Jahre durfte ich mit nehmen und grandiose Freunde, die ich noch bis heute kenne, sind geblieben. Unter anderem Sebastian Schmitz, der bei Contunda unser Google-Adwords und Google-Analytics-Experte geworden ist.

Wirtschaft und Verwaltung

Julian Post aus Essen

Julian Post aus Essen

Das Leben steckt voller Wunder. 2003 war eines dieser Jahre, die ich nachhinein merkwürdig erscheinen. Die zehnte Klasse war geschafft, ich wechselte auf das Erich-Brost-Berufskolleg, um mein Fachabitur in Wirtschaft und Verwaltung zu machen. Was hab ich mir dabei nur gedacht?

Beim ersten Elternsprechtag sagte meine damalige Klassenlehrerin: »Ich wollte den Julian fragen, ob er nicht das richtige, dreijährige Abitur hier machen möchte, da hab ich in seinen alten Zeugnissen gesehen, dass er zu schlecht auf der Realschule war.« Das zeigt es deutlich. Es ging um etwas, einen Abschluss, den ich wollte. Plötzlich war ich richtig gut in der Schule, und hatte die besten Zeugnisse meines Lebens. Es blieb bei zwei schönen Unterstufen-Jahren, einer grandiosen Klassenfahrt an die cot a zur und dem Wunsch nach der Schule was zu machen, was ich wirklich kann.

Ich liebe Autos

Nein, mit Autos habe ich nichts am Hut. Aber nach der Schule hatte ich das Angebot, weil ich ein Praktikum dort absolviert hatte, eine zweijährige Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann zu machen. Es war ein KFZ-Teile-Großhandel.

Ich wollte irgendwann mal studieren, das war mir klar. 2003 – 2005 hatten mir viel Selbstbewusstsein, viel freundliche Menschen und ein Fachabitur geschenkt. »Ach komm,« sagte ich zu mir. »Zwei Jahre Ausbildung und dann studiere ich was Tolles, vielleicht was mit Journalistik oder was mit Computern.« Journalismus oder gar PR waren keine Wörter, die ich kannte, irgendwas mit Medien sagten die Leute damals auch noch nicht.

Die Ausbildung begann und raubte mir in zwei Jahren viel Kraft. Es war eine der ermüdensten Aufgaben, die ich in meinem Leben hatte. Der alltägliche Kampf im Büro, stupide, sich immer und immer wiederholende Aufgaben zu machen, ließen mich an meine Grenzen kommen. Ich verlor Selbstbewusstsein, wusste irgendwann, selber nicht mehr ob ich das hier zwei Jahre durchziehen könnte. Nach der Zwischenprüfung wurde mir nahe gelegt, die Ausbildung an den Nagel zu hängen. Ich fragte ganz einfach: »Warum denn das?« Mein Verantwortlicher im Betrieb sagte: »Herr Post, Sie haben in der Zwischenprüfung nur 28% geschafft.« Ich zuckte mit den Achseln, »ja richtig, und bei der Prüfung werde ich lernen.«

So war es auch, ich habe Kraft gesammelt und alles gegeben und die Ausbildung an ein für mich glückliches Ende gebracht. Danach war der Weg für ein Studium frei. 2007 war ein gutes Jahr. Ein Ende ist ein Anfang und gar nicht schwer. Das lernte ich in den folgenden Jahren ganz deutlich. Für kurze Zeit gab ich auf, zog mich zurück und sammelte mich … Dann kam das Scheitern.

Ach ja, über Autos hab ich dennoch nichts gelernt.

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