Antirebellion . Im Gras liegen

Antirebellion

„Es gibt nichts zu sagen, alles ist aufgeschrieben.
Es gibt nichts mehr zu schreiben, reden wir lieber über dich.“

Sie sprach nicht gern darüber, was im Leben schief ging. Dafür war sie zu gern hier, dafür genoss sie die Sonne, die Natur und ihr freies Denken zu sehr. Sie wusste nur, dass einiges nicht von alleine geklärt wurde. Die Menschen waren dumm. Wenn es nicht einige großartige Individuen gegeben hätte, dann würde die Menschheit immer noch von Baum zu Baum springen, so ihre wage Behauptung. Zu viele bewusstseinslose Geschöpfe, die nur existierten aber nicht lebten. Das ging schon immer so, und würde vermutlich noch unendlich weiter laufen.

Wer machte sich denn noch ernsthaft Gedanken um diesen Planeten? Zu wenige! Einige Umweltpazifisten, die im Grunde nicht viel erreichten, da all die großen Herrschaften in Wirtschaft und Politik um Geld kämpften und um Wählerstimmen und es ging ihnen nur um ihr eigenes Wohlbefinden.
Geld und Macht. Dummheit und Intoleranz. Arschtritte und Versöhnungssex. Lügen und Unwahrheiten. Da wollte sie definitiv nicht mitmachen.

Antirebellion . Im Gras liegen

Antirebellion . Im Gras liegen

Ein großes Schlachthaus

Die Erde wird vom Menschen zerstört werden, daran bestand in Ihren Augen kein Zweifel. Wann oder wie es passieren wird, das wusste sie natürlich nicht, aber lange konnte es nicht mehr dauern. Bomben hier, tot dort, Massenzuchtstation voll mit Rindern und Schweinen, eine Ölindustrie, die nur verkaufen will, sich aber nicht schonend etablieren möchte, um wenigstens einen kleinen Teil zum Umweltschutz beizutragen. Sperrt diese Verbrecher doch anstatt der armen Tiere in die Zuchthäuser, schlagt ihnen brutal den Schädel ein.
Oft schon hatte sie sehr schlimme Träume, die eine Vorahnung sein konnten, eine Art Spiegel der Zukunft oder es war schlicht weg der verwirrte Verstand einer jungen Frau die nur schlecht und pessimistisch dachte. Stopp! „Fuck the mainstream! Back to the roots!“ Scheiße ja, welch Wahrheit, welche Wurzeln? Also doch lieber angeklagt werden.

Eine Demokratie der Lügen, Gesetzte für Männer von Männer, alles für die Macht und für ein zu klein geratenes Ego. Der Kleine verliert, da er nicht kämpfen kann, nicht kämpfen will. Die Großen gewinnen immer. Justitia ist eine Hure, die ihren zerfickten Körper dem zur Verfügung stellt der am meisten dafür zahlt. Und er, ja genau er, zahlt für Spermaflecken auf schmutzigen Westen. Solche Menschen sind das Geschwür im Magen ganzer Völker und es gibt unzählige davon. Spitzfindige kleine Wichser ergötzen sich an Gesetze und Paragrafen, haben ein Leben, das nicht mehr wert ist als ein Hundescheißhaufen. Alles was sie wollte war Gerechtigkeit und nicht diesen Mist hier. Solchen Leuten, Menschen sind es nicht, sollte man das Handwerk legen, sollte man die Hände abhacken und die Augen ausstechen. Oh großer Gott, auch dafür danke ich dir.

Zusammenhalt

Woran sie aber ganz fest glaubte, war die simple Tatsache, dass Armut, Rassentrennung, Völkerhetze und Krieg nichts mit großartigem Denken gemein hatten.
Wie kann es sein, dass ein so großes Wesen wie der Mensch (natürlich ist der Mensch ein großes Wesen, ein Wunder der Natur, denn wir verfügen im Grundgedanken über freies Denken und Handeln), so viele Fehler vollbringt. Wie darf es Kriege geben, 2007 Jahre nach Christus? Gab es davon denn nicht schon ohnehin viel zu viele. In Zeiten von Länderverbunden, riesigen Gemeinschaften, EU, USA und NATO. Noch mehr Blut vergießen für nichts? Für dich oder für mich? Oder doch nur einen Gott? Ach Mist, ich glaube an gar nichts.

Antirebellion? Denn Terror mit Terror bekämpfen, das kann es nicht sein! Ganz große Klasse, super, oder? Mord mit Mord begleichen. Blut um Blut, Tod um Tod, töten und getötet werden. Arme Jugendliche in Kriege mit Kindern schicken und sie ausbluten lassen. Ist das euer Ernst?
So langsam wird es immer mehr. Fanatische Krieger, die sich opfern, Frauen und Kinder in den Tod reißen, nur weil sie auf der falschen Seite zur falschen Zeit geboren worden sind. Es ist mir egal, wer ihr seid, aber ich kann nichts dafür hier zu leben.
Sie weiß, dass es um die Hautfarbe geht, aber alle Welt redet davon, dass es keine Unterschiede geben darf, dann lebt auch endlich danach! Alle Welt redet von Religionsfreiheit, aber wann gibt es endlich den letzten Papst? Damit auch keiner mehr von einem „Gottgesandten“ menschlichen Wesen bevormundet und missbraucht wird.
Ihr Idioten! Schreit sie laut aus. Eliminiert eure simple dumme Religion, egal in welchem Land oder auf welchem Planeten und lebt endlich nach eurem Willen! Hört auf zu beten und fangt etwas Vernünftiges an, vergeudet nicht die Zeit, die ihr habt mit Müll, und kniet vor einem Spinner, festgenagelt an einem Kreuz nieder. Oh Herr steh’ uns allen bei! Ich wette ihr kennt die Bibel besser als euren Nachbarn. Dabei seid genau ihr es, die wie paranoide Arschlöcher alles und jeden beschattet. Zerreißt euch das Maul über die Menschen unter und über euch in eurem Mehrfamilienhaus und am Sonntag in der Kirche seid ihr der Messiasfan. Ach fickt euch selbst ins Knie.

Wer ist wer?

Ihr seid ihr. Du bist du. Wenn du wirklich willst, erreichst du etwas. Das erzählen euch nicht nur Lehrer und Eltern, die damit bezwecken möchten, dass ihr in der Schule gut seid und etwas lernt. Das stimmt schon, aber glaubt doch nicht alles. Gerechtigkeit heißt sich selbst zu finden, die eigene Wahrheit zu glauben.
Blöde und nichts bringende brutale Äußerungen aus einem toten Buch bringen nur Vorurteile und Tyrannei. Uninformiertheit und Abgrenzung. Trennung von Menschen und Trennung von Freiheit. Wie inkompetent kann man sein. Frauen Jahrhunderte lang unterdrücken, das ist wahre Stärke! Behinderte und anders denkende, Homosexuelle und großartige Freiheitsdenker einfach auslöschen und nieder knüppeln. Ich verbeuge mich vor euch da draußen, wie dumm müsste man sein.
Sich nicht zu entschuldigen, denn eine Gutmachung gibt es ohnehin nicht, und dennoch glauben euch Millionen von Menschen. Paradox!? Aber wehe ich scheiße meinem Nachbarn dem netten Bürger von neben an, der gelobt wird und nen’ feiner Kerl ist vor die Haustür, dann wäre ich es der ein Problem hat und müsste abdanken. Nein danke.

Sie liegt im Gras, die Sonne scheint, so frei und glücklich fühlt sie sich, aber dieses Gewicht der Welt, diese Sinnlosigkeit, egal wo man hinschaut.
Was ist Sinn und Unsinn? Wo fängt der Geist an wirklich zu denken und wann hört es auf fruchtbar und energisch zu sein? Woher kommt der Blödsinn und warum darf ich eigentlich niemanden vor den Karren pissen?
Pass auf! Melde dich fleißig! Schule? Ach ja. In Deutschland irgendwie mehr noch eine zurückgebliebene Institution. Was lernt man über das Leben und den Menschen an sich? Setzen sechs!

Antirebellion klingelt es in ihrem Versand. Sich nicht an Gleise ketten und vergeblich gegen etwas protestieren! Das haben eure Väter nicht mal geschafft. Unbeachtet fährt der Zug auf euch zu und überrollt euch.
Antirebellion bedeutet etwas erreichen. Sich nicht unterkriegen lassen. Beruft man sich auf den Menschen und die Erde, kann man Höheres erschaffen. Mahatma Gandhi war einer der Menschen, die es vollbracht haben, wahrhaftig, mit Salz und Wasser brach er Ketten in zwei und riss Mauern ein. Nicht genug für den Unfug einer ganzen Menschheit in ihren paar Jahren in der Universumsgeschichte.
So jung und schon so verdorben, vielleicht lernen wir gerade erst wie man atmet oder machen wir bereits die ersten wackligen Schritte auf dem Tisch der Endlichkeit und Vollkommenheit kleiner flitzender Atome eines weiteren gigantischen Urknalls?

Freiheit

Frag mal Martin Luther King danach, dem ist es scheiß egal gewesen, er wollte nur ein Steak und ein Bier in einem ganz normalen Restaurant zu sich nehmen. Das muss man sich einmal vorstellen, er wollte einfach nur als Mensch akzeptiert sein. Denn er konnte nichts dafür, dass die anderen mit weißer Haut zur Welt gekommen sind.
Da sind wir wieder bei den USA? Denkt sie niedergeschlagen, ich glaube, ich geh kotzen und spül die netten kleinen Menschenrechte gleich mit runter.

Einen Schluck Wasser nimmt sie, schluckt ihn runter, spürt das Leben deutlicher denn je. Wasser des Lebens trage mich an den Rand der Freiheit. Dieser Schrei steckt auf die ein oder andere Art und Weise in jedem von uns. Sie spürt den Drang ganz hinauf zu steigen. Alle Stufen zu erklimmen und mit Gewissheit hinab zu blicken. Auf was denn? Die unendliche Geschichte der menschlichen Dummheit?
Sie will ein Buch lesen, aber bitte nicht die Bibel oder den Koran. Alte Geschichten aus leider nicht besseren Tagen. Brutales Gemetzel in einem ganzen Meer der Lügen.
Die Kirche ist die freie Meinungsäußerung des Mittelalters. Sag was dir gefällt und der Scheiterhaufen um dich herum wächst und wird heißer. Gehen wir nun also raus und reden was wir wollen und stiften Gutes, ja, tolle Idee.

Wie kann ich etwas Gutes tun und sagen es wäre in Gottes Willen?
Wie kann ich etwas Schlechtes tun und sagen es wäre in Gottes Willen?
Ich darf nicht behaupten Gutes oder Schlechtes wäre das Machwerk von Gott, das sagten die Wirrköpfe, die hinter verschlossen Mauern kleine Kinder fickten, weil Sex verpönt und lediglich zur Fortpflanzung gestattet war und für kleine dicklich picklige Priester ohnehin nicht erlaubt. Sie verstecken sich einfach hinter etwas erfundenem, um alles zu erklären, um alle Schuld, die aufkommen könnte einem nicht real existierendem Gott und einer Sekte namens Religion in die Schuhe zu schieben. Es ging schief, nicht alle wollten kleine Jungen missbrauchen, sie wehrten sich und landeten auch auf dem Scheiterhaufen. Heute brennt niemand mehr, heute muss man Angst haben das eine Bombe irgendwo explodiert, weil Religionen tiefe Gräben zwischen Völkern entstehen lassen hat. Schöne neue Welt, schöne freie Gesellschaft schöne Meinungsfreiheit. Fickt ruhig weiter eure Gottesanbeter! Ihr Menschenverachtenden senilen Miststücke.

Gott mischt sich ein

O-Ton Gott: „Also wenn ihr mich fragt habe ich seit 2000 Jahren keine Lust mehr auf dieses Experiment dort unten. Ach Scheiße ja, die armen Menschen verrecken überall auf dieser Welt. Am Anfang dachte ich, gut, sie müssen nur lernen, aber langsam habe ich echt keinen Nerv mehr mir anzusehen wie sie sich immer weiter ins Verderben leben, reden und reiten. Meine Amtszeit ist bald vorbei und dann seht ihr mich nie wieder. Tod und Teufel? Bitte übernehmen sie.“

Natürlich konnte sie diese Worte nicht hören, Gott verschwendet seine Zeit nicht mit jedem. Er gewährt nur auserwählten Journalisten und Kamerateams Einblicke in seine Privatgemächer und gibt stellenweise leicht ironische aber nicht zu verachtende Interviews. Aber sie wünscht sich, sie könnte einmal mit Gott alleine reden. Vielleicht ein kleines Bier mit ihr trinken, Chips essen und die Tageschau im Fernsehen ansehen. Dann hätte sie schon die richtigen Fragen parat, dann wüsste sie was es zu sagen gilt. Oh Gott, bitte hilf uns!

Sie steht nun auf, ihrem Schicksal entgegen, lässt ihren Spirit auf die Welt wirken. Denn es reicht langsam. Nicht nur herum liegen und nichts machen. Nicht einfach nur Tag für Tag leben und versuchen es allen recht zu machen und pünktlich Steuern und Rechnungen zahlen.
Sie wird etwas ändern, fest entschlossen und ohne aufzugeben. Ohne ihre innere Kraft, die seit vielen Jahren gegen das Herz schlägt und sie auffordert etwas gegen diese Willkür und Ungerechtigkeit zu machen, die Menschen und ihre Umwelt nicht im Stich zu lassen, würde sie ansonsten auch irgendwo auf einer Couch, vor einem Fernseher, bei einer Real-Life-Richter-Moneten-Show verrotten und würde ohne Gedanken nur mit Erinnerungen an einen Traum eines Tages abtreten, sterben und beerdigt werden, ohne dass sich irgendwer noch einen Dreck um sie kümmert.

Denn nichts ist schlimmer als vergessen zu werden, nichts böser als die Gleichgültigkeit anderer zu ertragen. Sie wird sich mit viel Wut anfreunden, Hass und Dummheit über Bord werfen und einfach den Weg der Aufrichtigkeit und Aufopferung gehen. Sie läuft los, um der Nachwelt ein Geschenk zu hinterlassen, eines, welches unvergesslich sein wird. Gerechtigkeit ist alles was sie will.
Für eine bessere Welt, für einen besseren Menschen und für sich selbst. Denn sie lebt.

Julian Alexander Post
15.12.2006

Großer Dank an Simone!

Diese Geschichte landete schon im Papierkorb.
Doch dann kam mir eine kleine brutale Idee und ich schrieb auf der Arbeit, denn es gab nichts Besseres zu tun. Falschen Drucker ausgewählt, ausgedruckt und dann hatte Simone es in den Händen und hat es durchgelesen. Sie fand es gut. Also glaubte ich ihr und habe es zu Hause überarbeitet.

Bild: Pixabay: jonathansautter

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